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hinterglasmalerei

ort:

baujahr:

bauherr:

murnau

2013

schloßmuseum murnau

Die Hinterglassammlung, eine der großen Attraktionen des Museums, ist im ersten Stock untergebracht, direkt unter den beiden Dauerausstellungen Blauer Reiter und Gabriele Münter. Durch den Ausbau von Nebengebäuden im Schlosshof hat auch die Verwaltung, die den Hinterglas- raum lange belegte, endlich genügend Platz. Und der neue lichte Veranstaltungs- saal, dessen Mittelpfeiler noch Graffiti aus dem Jahr 1540 zieren, hat sich bereits eini- ge Male bewährt.

Die Schlosskemenaten sind ja beileibe nicht leicht zu bespielen, vor allem wenn die Fenster nicht verhängt werden sollen. Denn auf den Blick auf das Murnauer Stadt- panorama und die Berge will niemand ver- zichten. Daher haben wir gemeinsam 

mit den Ausstellungsgestaltern Katharina Kuhlmann und Alfred Küng die Hängewände als kompakten Korpus in die Raummitte gepackt. Der Besucher läuft um die in sieben Sequenzen eingeteilten Bilder herum, beginnt bei den Ursprüngen, den Murnauer Malern, die auf Bestellung schon im 18. Jahrhundert bis nach Augsburg lieferten. Verweilt vor den Prachtstücken aus den Sammlungen Dammert und Gartner. 

Farbenfroh leuchten die profanen und biblischen Motive in ganz verschiedenen Formaten, dicht gehängt, so wie es Samm- ler eben tun und wie es seinerzeit auch Kandinsky in seiner Wohnung in der Ainmil- lerstraße machte. An der Wand ist umlau- fend eine Sitzbank angebracht. Sitzend lassen sich die Feinheiten der Malerei fast noch besser entdecken, die bizarre Wahrsagerin etwa mit ihren seltsam verschlungenen Armen, die ein indonesischer Künstler um 1900 gemalt hat. Oder das dreidimensionale Mehrschichtenbild „Jesus und die Sünderin“ (1650) von David Bretschneider. Und wer sich umdreht und aus dem Fens- ter sieht, blickt, wenn er auf der richtigen Seite sitzt, direkt auf das Münterhaus.

Zusammen mit Katharina Kuhlmann und Alfred Küng

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